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Kaiserverlag

Aktuelle Stücke

Nelson und die Zeitmaschine

von Hakon Hirzenberger
5 Personen / Simultanbühne
frei zur DEA

Für alle ab 4

UA März 2025, Steudltenn, © Gerhard Kainzner

Pinguin Nelson und Eisbär Gabriel schaukeln auf einem Schiff dahin. Nelson will nach Hause an den Südpol, wo seine Großmutter die besten gefrorenen Tintenfischeier zubereiten kann. Da kommt ihnen Füchsin Fanny gerade recht, sie hat eine Zeitmaschine erfunden, mit der will sie nun das Experiment wagen, die beiden an den Südpol zu streamen. Doch der Versuch misslingt, Nelson und Gabriel landen im Zeitalter der Dinosaurier. Und da kommt auch gleich einer um die Ecke. Und bevor der sie fressen kann, streamt Fanny die beiden Freunde in die Wohnung von William Shakespeare. Dort treffen sie auf Bulldogge Linus, Willis Leibbutler. Doch ehe sie sich´s versehen und vor den Meister geführt werden, landen sie im antiken Athen. Gabriel hat schon so großen Hunger, dass er fast Aristoteles und Sophokles verspeist. Doch Fanny ist rechtzeitig zur Stelle und katapultiert sie ins Weltall. Dort verschaffen sie sich einen kurzen Überblick über das Sonnensystem, ehe es wieder bergab geht, mitten auf das Piratenschiff von Erol und Flynn. Rasant geht es weiter auf eine Ritterburg. Endlich funktioniert Fannys Zeitmaschine und sie können an den Südpol zurückkehren.


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Alice im Wunderland

von Thomas Birkmeir
9D / 5H / Simultanbühne
ca. 100 Min

ab 10 Jahre

© Krafft Angerer, Thalia Theater Hamburg, Okt 2022

Diese moderne Alice hat genug vom „Ich-bin-süß-Kinder-Mädchenzeug“ und möchte schon eigene Entscheidungen treffen. Durch einen Abflusskanal gelangt sie in ein düsteres Wunderland mit seltsamen Wesen. Das Weiße Kaninchen, Dabbleyu Key genannt, hilft ihr bei der Suche nach ihrem kleinen Bruder Harun, der entführt wurde. Die Rote Königin beschuldigt ihre Schwester, die Weiße Königin, ihr vor vielen Jahren einen wertvollen Ring gestohlen zu haben. Seitdem herrscht Krieg im Wunderland.
Auf ihrem Weg trifft Alice viele Gefährten, die uns aus dem Original gut bekannt sind, sie kann den Frieden wiederherstellen und kehrt zusammen mit ihrem Bruder, gereift und glücklich, in ihr altes Leben zurück.

Die kleine Alice wurde in dieser Fassung mit viel Mut und Esprit ausgestattet und entspricht ganz dem heutigen Zeitgeist einer modernen Heldin. Die skurrile Geschichte, die 1865 veröffentlicht wurde, hat bis heute ihren Charme bewahrt und zählt als Meisterwerk der Weltliteratur.


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Moby Dick

von Gernot Plass
7H / max. 15 Rollen / Simultanbühne
frei zur ÖEA

© Volker Beinhorn, UA Landesbühne Nord, Wilhelmshaven, Sep 2025

Ishmael treibt es als Seemann aufs Meer hinaus, er will auf großen Walfang gehen.
Vorher muss er sich noch in einem schäbigen Wirtshaus ein Bett mit Queequeg teilen, der ist Harpunier, mit dem er schnell Freundschaft schließt. Zusammen heuern sie auf dem Walfänger „Pequod“ an. Der charismatische einbeinige Kapitän Ahab versteht es, die ganze Mannschaft zusammenzuschweißen. Es wird keine gewöhnliche Fahrt auf Walfang, es wird Ahabs Rachefeldzug gegen den weißen Wal Moby Dick. Der hatte ihm sein rechtes Bein seinerzeit abgebissen. Als man nach schier endloser Fahrt endlich auf Moby Dicks Spur kommt, gibt es ein Leck in den Ölfässern an Bord, die Ladung muss gelöscht werden, rät ihm sein Maat. Doch Ahab segelt weiter. Als sie in einen Taifun geraten, kommt die „Pequod“ gerade noch mal davon. Die Mannschaft begreift, dass Ahab dem Wahnsinn nahe ist. Endlich sichten sie den Wal …

In einer lebendigen Überschreibung und mit gewohnt kraftvoller Rhetorik ist hier eine Bühnenfassung des Klassikers für unsere Zeit entstanden, ohne in das Fahrwasser leichter Abenteuer-Romantik zu gelangen.


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Die Düntzer Rhapsodie

von Ivan Strelkin
2D / Simultanbühne
frei zur DEA
ca. 80 Min

© Barbara Pálffy, Theater Drachengasse

Martha will weg aus dem Kuhdorf Düntz und setzt sich in den Bus nach Wien. Die Schwestern Claudia und Daniela fühlen sich zurückgelassen. Vor allem Claudia leidet darunter, denn sie hatte sich heimlich in Martha verliebt, und will ihrer Liebe am nächsten Tag nachreisen. Da kehrt Martha zurück, aber sie ist um 30 Jahre gealtert, während in Düntz die Zeit stehen geblieben ist. Angetan von den Erzählungen, wie großartig es sich in Wien leben lässt, tritt Daniela die Reise in die Großstadt an. Und wenn sie zurückkommt, will sie den Düntzer:innen lehren, was Fortschritt, Freiheit und Demokratie heißt.

Quirlig und schräg, wahrhaftig und heißblütig rappen und singen sich die zwei Darstellerinnen durch diese poetische Stadt-Land-Satire.

Nestroy-Preis 2025 (Beste Off-Produktion)
Publikumspreis Nachwuchswettbewerb 2024, Drachengasse Wien


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Und deine Augen sagen Gracias

von Tim Fleischer
2-4D / 1-2H / Simultanbühne
frei zur ÖEA

Komödie mit Musik

UA November 2024, Theater am Schlachthof, Neuss

Das abgehalfterte Schlagerduo Andi und Anja ist wieder im Geschäft. Valerie, die neue Chefin ihres Plattenlabels, hat sie zusammengespannt, nachdem die Solokarrieren nicht durchgestartet sind. Andi ist über ihr Comeback sehr glücklich, doch Anja konnte nur mit einigen Zugeständnissen geködert werden.

Und gleich nach dem ersten öffentlichen Auftritt vor laufender Kamera will Anja das Handtuch werfen, als Andi gegen ihre Vereinbarung verstößt. Valerie behauptet ihr gegenüber, dass Andi dann wohl wieder auf der Straße landen werde. Also macht Anja widerwillig weiter. Als sie zur großen Fernseh-„Schlagersause“ eingeladen werden, müssen sie mit Ibiza Ingolf, einem jungen Schlagerstar, gemeinsam ihr altes Lied “Eskimomädchen“ performen. Anja hasst diesen Song und als Ibiza Ingolf das Ruder an sich reißt, kommt es zum Eklat.

Eine Komödie über zweifelhafte Hits, ferne Länderklischees, die Suche nach Erfolg und sich ändernde Zeiten.


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Franz K.

von Janko Ferk
5D / 1DEK
frei zur UA

Ein Jahr nach dem Tod des Schriftstellers treffen sich fünf Frauen, die Franz Kafka nahestanden, zu einer Gedenkfeier im Haus seiner großbürgerlichen Eltern im Zentrum Prags: Ottla Kafka, seine Lieblingsschwester, Dora Diamant, die Lebensgefährtin in den letzten Lebensmonaten, Felice Bauer, seine „ewige Verlobte“, die er nie heiratete, Julie Wohryzek, seine letzte Verlobte, und Milena Jesenska, die erste Übersetzerin seiner Prosa ins Tschechische. Alle verbindet auf verschiedenste Art eine schwierige Liebe zu ihm, nicht zuletzt, weil er „zu wenig einfach war“.


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Freie Fische

von Sophie Reyer
1-2D / 2-3H / Simultanbühne
frei zur UA

Jakob ist Autist, damit ist er anders als die anderen. Das mögen die Leute im Dorf nicht, und auch seine Familie vernachlässigt ihn. Nur seine kleine Schwester Resi bringt ihm Verständnis und Zuneigung entgegen. Als das Zusammenleben immer  schwieriger wird, verfrachtet man Jakob in ein Heim. Dort bekommt er einen Roboter zur Seite, dieser soll den Jungen in seiner mentalen Entwicklung unterstützen. Doch Jakob verweigert sich.

Sophie Reyer bringt die Poetik auf die Bühne zurück. Ihr sanftmütiger Text steht in einem beklemmenden Kontrast zur Geschichte.


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Die Bettleroper

von Susanne Lietzow
8D / 5H / Simultanbühne
frei zur DEA

© Philip Brunnader, UA Landestheater Linz, Dezember 2025

Peacham ist Zuhälter und Unterweltboss vom Londoner Gaunergesindel. Seine Tochter Polly ist in Messerstecher Macheath verliebt und zu Peachams großen Ärger hat sie ihn auch noch heimlich geheiratet. Polly soll Macheath bei den Bullen verpfeifen und die Belohnung kassieren. Peachum fürchtet nämlich, sein Schwiegersohn könne ihn ans Messer liefern und sein Vermögen einkassieren. Macheath wird verraten und muss einsitzen. Im Knast ist er Gefängnisdirektor Lockit ausgeliefert, der ihn hasst, weil Macheath seine süße Tochter Lucy geschwängert hat. Die ist stinkesauer auf ihren Ex-Lover, weil sie gehört hat, er sei mit Polly verheiratet. 
Lockit steckt mit  Peacham unter einer Decke. Bei einem Streit schlägt Peachums Ehefrau Lorraine dem Gefängnisdirektor eine Ginflasche über den Schädel. 
Macheath hat herausgefunden, dass die Schlampe Molly ihn verpfiffen hat. Aus Rache sticht er sie ab, denn „Schdrassnmädchn habn geine Häbbyends“.
Lucy erschießt Macheath.

Eine großartige Fassung, herrlich vulgär und verkommen. In die schlüpfrige Dialektfassung muss man sich erst einlesen, aber dann ist man dem Stück verfallen.


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Anna und die Partisanen

von Ekkehard Schönwiese
7D / 9H / Simultanbühne
frei zur DE

UA Theaterwerkstatt Dölsach, Mai 2025

Ekkehard Schönwiese hat die Geschehnisse rund um die „Treffener Bande“ spieldokumentarisch aufgearbeitet. Die Widerstandstruppe versucht gegen Ende des Krieges mit verschiedenen Sabotageakten das Nazi-Regime zu schwächen. Im Mittelpunkt steht Maria Peskoller, ihr Deckname ist Anna. Sie übernimmt Botengänge und versteckt Widerstandskämpfer und Deserteure. Maria/Anna ist eine einfache Frau, Mutter von zwei Töchtern, auf sich allein gestellt, da ihr Mann als Sozialdemokrat im Gefängnis sitzt. Obwohl sie von Selbstzweifeln geplagt wird, geht sie ihren mutigen Weg bis zum Schluss. Maria Peskoller stirbt am 23.12.1944 unter dem Fallbeil.


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Zemlinsky

von Felix Mitterer
6-7D / 4H / Doppelbesetzung / Simultanbühne
frei zur DE

© Alexander Zemlinsky Fond

Zeit seines Lebens wurde Alexander Zemlinsky die gebührende Anerkennung als Komponist verwehrt. Dass er darunter litt, steht außer Zweifel. Er war ein gefragter Dirigent vor allem an den Wiener Bühnen und leitete später als Musikalischer Direktor das Deutsche Theater in Prag. Der NS-Terror vertrieb Zemlinsky und seine Familie nach New York. Dort angekommen war er schon gezeichnet von Alter und Krankheit.  Während Künstlerkollegen wie Schönberg, Korngold oder die Werfels in Hollywood Erfolge verzeichneten, konnte er nicht mehr Fuß fassen.

Seine Freundschaft mit Arnold Schönberg, in dessen Schatten er auch immer stand, war ein impulsgebendes, künstlerisches Element für ihn, ebenso seine Leidenschaft für Alma Schindler. Bedeutsame Begegnungen und Wendepunkte sind die Bausteine dieser Künstlerbiografie, die Felix Mitterer fundiert und taktvoll für die Bühne geschaffen hat.

Ein Auftragswerk des Alexander-Zemlinsky-Fonds für das Theater in der Josefstadt, Wien, UA 19.03.2026


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LEAR

von Gernot Plass
3D / 7H / Simultanbühne

© Anna Stöcher, TAG, Wien, UA Jänner 2025

König Lear ist der Inbegriff männlicher Autorität, König, Vater, irdischer Gott, Silberrücken. Gewalttätig, abhängig von verlogenen Schmeichler*innen, hungrig nach Liebe, herrisch, jähzornig bis an die Grenze des Wahnsinns und darüber hinaus. Und trotz alledem verwundbar und in seiner zunehmenden Altersschwäche sogar bedauernswert.

Er wird von Frauen in die Schranken gewiesen, gedreht, geschlagen, umerzogen, ja in den Wahnsinn getrieben. Von seinen Töchtern, die sich an ihm rächen, es ihm heimzahlen, die ihn auf eine Reise der Läuterung über die sturmverwehte Heide schicken. Ein Ritt ausgehend von machoider Grandiosität über den Zorn gegen Menschen, Umstände, ja selbst gegen die Natur, in den Aberwitz hinein und wieder hervor in die gefasste Bescheidenheit und die von Trauer und echter Liebe hervorgerufene Weisheit. (TAG, 2025)


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Toxic – Britney über Spears

von Daniela Egger
1D / 1H / Simultanbühne
frei zur DEA

Britney Spears´ Schicksal geht durch alle Medien. Schon als Kinder- und Teenie-Star war sie Role-Model, ein ultimativer Superstar. Dort, wo Britney aufwächst, gelten Frauen mit eigenen Vorstellungen als verrückt. Die Eltern und das Management treiben das Mädchen an, die Männer hintergehen sie. Sie will es allen recht machen und allen gefallen, doch trotz ihres enormen Erfolges und eiserner Disziplin im Beruf wird sie den Menschen um sie herum nie genügen. Die eigene Familie, die ihr Rückhalt und Geborgenheit geben sollte, nützt sie schamlos aus und erniedrigt sie bei jeder Gelegenheit, die Medien berauben sie jeder Privatsphäre. Schließlich wird Britney Spears unter Vormundschaft gestellt, eine solche Vorgehensweise ist in Amerika ein lukratives Geschäft für viele Beteiligten geworden. Doch die junge Frau steht nach jedem Zusammenbruch immer wieder auf und will endlich selbst über ihr Leben bestimmen können. In dieser Fassung ist Britney Spears eine Heldin, die mit ihrer Energie aller Unbill trotzt und sich zurück kämpft in eine Freiheit, die ihr auf äußerst perfide Art genommen wurde.


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Die Würsteloper

von Hakon Hirzenberger
2D / 3H / 1DEK
frei zur DEA

UA 2024, Steudltenn, Uderns/Waldviertler Hoftheater, © Sabine Hauswirth

Am Würstelstand philosophiert es sich gut. Und Karls Würstelstand ist beliebter Treffpunkt des korrupten Politikers Max und des nimmersatten Unternehmers Sandro. Die beiden stehen etwas unter Druck. Der geplante Abriss einer Asylantenkaserne und des angrenzenden Waldes, um profitbringende Immobilien samt Einkaufszentrum und Parkplatz zu errichten, ist in Gefahr. Denn nicht nur, dass das Areal unter Denkmalschutz steht, wurde auch noch die unter Naturschutz stehende Knoblauchkröte auf dem Gelände gesichtet. Es fehlt nur noch eine klitzekleine Unterschrift für die Bewilligung. Der darin verwickelte Präsident des Bundesdenkmalamtes sitzt bereits in Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr und Verdacht auf Amtsmissbrauch und Bestechlichkeit. Alles droht aufzufliegen, als die ehemalige Pressesprecherin von Max in den Besitz einer brisanten Festplatte gelangt und verräterische Gespräche aufzeichnet.

Dass einem das Bio-Würstel nicht im Halse stecken bleibt bei soviel Korruption und Habgier, dafür sorgt der heiter-bekömmliche Text, garniert mit flotten Gesangseinlagen.


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Meister und Margarita

von Gernot Plass
3D / 6H / Simultanbühne

Aufführung im Theater Baden-Baden 2024,© Jochen Klenk

Gernot Plass hat den gefeierten Roman Bulgakows als Auftragsarbeit für das Theater Baden-Baden dramatisiert. Die Schlüsselszenen des überbordenden Werkes, das im stalinistischen Moskau angesiedelt ist, wurden hier für ein spielfreudiges Ensemble herausgearbeitet, mit viel schwarzem Humor, surreal und mit einem Tempo, bei dem man sich anschnallen sollte.

Da ist der Dichter Besdomny, der, im Auftrag des Literaturherausgebers Berlioz, die Nicht-Existenz Jesu propagieren soll. Just in diesem Augenblick greift Professor Voland ins Geschehen ein. Er beschwört die Szene aus einem Roman des „Meisters“ herauf, in der Pontius Pilatus auf Jeshua Ha Nozri trifft. Dieser ist hier ein „guter Mann“, den alle nur missverstehen. Pilatus will ihn ziehen lassen, doch da behauptet Jeshua, dass eine Zeit kommen wird, in der es keinen Kaiser mehr braucht. Das kann der römische Präfekt nicht übergehen.

Voland gilt als der Teufel, er und seine Gesellen treiben ein harsches und brutales Spiel mit den Bewohnern Moskaus. Sie werfen Leute aus ihren Wohnungen, lassen vermeintlich Geldscheine auf ein Theaterpublikum regnen, treiben Dichter in den Wahnsinn und manch Literaturkritiker verliert seinen Kopf.

Im zweiten Teil verliebt sich der „Meister“ des Romans über Pontius Pilatus in die schöne, aber verheiratete Margarita. Als sein literarisches Werk von der Kritik zerrissen wird, wirft er es in die Flammen. Margarita begibt sich auf der Suche nach ihrem Geliebten in die Fänge Volands und seinen Spießgesellen. Dafür wird ihr der Wunsch erfüllt, wieder mit dem „Meister“ zusammen zu sein. Aber nicht in der irdischen Welt.


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Die Verstreuten

von Tena Stivicic
Aus dem Englischen von Karen Witthuhn
5D / 1DEK

Auftragswerk für das Berliner Ensemble. UA 21.03.2025
Helene Weigel-Preis 2025

Am Tag vor einer Operation ihrer Mutter Barbara treffen vier Schwestern, die in verschiedenen Ländern Europas leben, in ihrem Elternhaus in Zagreb wieder aufeinander. Sie alle sind nun Migranten, das hat sie verändert, sie sind schon lange nicht mehr die glückliche Familie, die sie einmal gewesen sind. Ihre Gespräche drehen sich um die jeweilige Lebenssituation, sie alle befinden sich in irgendeiner Krise. Alte Wunden brechen auf. Suzana ist vom ausgefüllten Familienleben erschöpft. Sie wirft Sofia vor, ein gutes Leben einfach hinzuschmeißen, denn Sofia hat soeben ihren Mann verlassen. Auch Sasha hat sich von ihrer Lebenspartnerin getrennt und leidet unter der Erfolglosigkeit in ihrem Beruf. Sabina ist die Aufopfernde unter ihnen, sie wird sich um ihre Mutter kümmern, wenn sie aus dem Krankenhaus kommt. Doch Barbara möchte noch eine ganz besondere Sache mit ihren Töchtern besprechen, dazu wird die Familie erst wieder zusammenfinden müssen.

Ein spannendes Kammerspiel der preisgekrönten Autorin. Tena Štivičić gelingt eine psychologisch meisterhaft gezeichnete Auseinandersetzung zwischen diesen starken Frauenrollen.


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Bei dir war es immer so schön

von Ed. Hauswirth
2D / 4H / Simultanbühne

Die beginnende Demenz von Mutter Erni bringt für die Familie Unbequemlichkeiten mit sich. Nach einem Herzinfarkt verschlechtert sich die Krankheit bei Erni und sie kommt nicht mehr allein zurecht. Sie wohnt „vorübergehend“ bei ihrer Tochter Karin und deren Mann Kurt. Auf Karins Schultern liegt nun die Hauptlast für die Pflege der Mutter. Kurt ist viel unterwegs, Bruder Bernd will sich Ernis Haus unter den Nagel reißen. Die Familie muss sich erst auf die neuen Verhältnisse einstellen, und nach einigen Konflikten stellen sie sich gemeinsam der Herausforderung, Erni ein respektables Leben zu ermöglichen.   

Eine berührende und wirklichkeitsnahe Geschichte.


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Das Verschwinden

(Nestajanje) von Tomislav Zajec
Aus dem Kroatischen von Mascha Dabic
5D / 4H / Simultanbühne
frei zur dtspr. EA

Drama

© Mara Bratoš, UA Kroatisches Nationaltheater Zagreb, Jänner 2024

Karlo, ein anerkannter Naturwissenschaftler, leitet seit vielen Jahren ein Sommercamp für Buben mit Beeinträchtigungen. Für seine pädagogische Arbeit wird Karlo mit einem Preis ausgezeichnet. Am Abend vor der Preisverleihung erhält er ein anonymes Schreiben eines Jungen, der Geld und Hilfe von ihm fordert. Für seine Frau Vjera steht damit ein furchtbarer Verdacht im Raum, doch sie und ihre Tochter Tea werden ihre Augen vor der Wahrheit verschließen. 

Mitten im heißen Sommer vergisst Marko seinen kleinen Sohn im Auto. Er kann gerade noch gerettet werden. Marko ist schon vorher durch eine Hölle gegangen, die sich nun damit, dass sein Kind durch seine Schuld fast gestorben wäre, nur noch vergrößert.

In verschiedenen Zeitebenen wird hier eine erschreckende Geschichte über Kindesmissbrauch erzählt, wie der gehörlose Marko durch eine Vertrauensperson, zu der er aufschaut, aufs Schändlichste entwürdigt wird.


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Yvonne, Prinzessin von Nirgendwo

von Magdalena Marszalkowska
Übersetzung aus dem Polnischen: Autorenkollektiv
9D / 6H / 1DEK
frei zur dtspr. EA

Absurdes Theater

Psychologische Beobachtung und emotionale Verschlingungen erfahren die Charaktere in diesem Stück, bizarr und absurd. Magdalena Marszałkowska reflektiert in ihrem Frauenschicksal auch einen gesellschaftlichen Umbruch, in dem überkommene Männerrohheiten und aufgebrauchte Frauenduldsamkeit nicht mehr tragen.
Yvonne soll funktionieren wie die anderen es wollen. Die Eltern wünschen sich ein Enkelkind, der Verlobte will sie ganz für sich alleine, der Chef nutzt sie aus. Der Druck von außen nimmt überhand, die junge Frau kapselt sich ab und bleibt verloren für alle.

Lesung beim XVI. Internationalen Gombrowicz-Festival am 16. Oktober 2024 in Radom, Polen


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Aus seinem Leben

von Felix Mitterer
7D / 8H / Simultanbühne

© Anja Köhler

In dramatischen Bildern schildert Felix Mitterer den Werdegang eines Außenseiters.

Schon als Kind hat Franz Michael Felder ein sonderbares Wesen. Als Bauernsohn ist ihm sein Leben vorbestimmt, doch der Schulunterricht öffnet ihm eine andere Welt. Das Lesen wird zur Obsession. Später beginnt er auch selbst zu schreiben und legt sich in seinen aufrührerischen Werken mit der Obrigkeit an. Er tritt für soziale Gerechtigkeit ein und streitet unermüdlich gegen Dummheit und Aberglaube.  

„Wenn sich´s nur regt! Kampf ist besser als die Grabesstille in den anderen Dörfern.“

Eine Auftragsarbeit des Franz-Michael-Felder-Vereins. UA Landestheater Vorarlberg, 21.09.2024


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Die Geisteranna

von Christine Eder
4D / 15H / Simultanbühne
frei zur UA
Doppelbesetzung möglich

Kinderstück ab 8 Jahren

Das alte Schiff „Die Geisteranna“ liegt abgetakelt im Hafen und ist für eine Handvoll Kinder der bevorzugte Spielplatz. Doch nun soll es verkauft werden. Da ist Gegenwehr angesagt, und Jackie wird auserkoren, während der Besichtigung durch den Käufer, Mr. Brown, als Gespenst aufzutreten. So erhoffen sie, Mr. Brown ergreife aus lauter Angst die Flucht. Doch die Kinder selbst suchen zu Tode erschrocken das Weite, als plötzlich ein echtes Gespenst erscheint. Mutig treffen sie sich am nächsten Tag wieder auf der „Geisteranna“, sie wollen mit dem Gespenst einen Deal machen …

Christine Eder hat Margarete Steffin´s Kinderstück wiederentdeckt und ein peppiges Kinderabenteuer daraus gebastelt.


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Baliami

von Benedict Thill
2D / 3H / Simultanbühne
frei zur DEA
ab 13 Jahren

Eine Liebesgeschichte

© Rainer Berson, UA Oktober 2016, Theater foXXfire!

Baliami ist ein fröhliches, aufgewecktes Kind und hat einen lieben, guten Vater. Ganz anders als ihr Schulfreund Oliver, der von seinem Vater geschlagen wird und von der Mutter keine Hilfe bekommt. Sie verbietet ihm den Umgang mit dem Mädchen aus dem Kosovo. Aber ihre Freundschaft ist stark, und so finden sie Wege, um trotzdem zusammen sein zu können. Sie nehmen ihren Mitschüler Raphi in ihren Kreis auf, einen Außenseiter, auch er hat einen gewalttätigen Vater.
Baliami zieht fort und Oliver lernt Sophie kennen.
Jahre später treffen sich die Freunde wieder, aber sie können nicht zueinander finden. Während es sich für Oliver zum Guten wendet, wird Baliami immer tiefer ins Drogen- und Pornomilieu verstrickt.

Jugendliche Seelen auf der Suche nach ihrer Identität und dem Wunsch, glücklich zu sein.


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Die Sache mit Ich

von Benedict Thill
2D / 5H / Simultanbühne
frei zur DEA
ab 13 Jahren

© Richard Schmetterer, UA Oktober 2018, Theater foXXfire!
© Richard Schmetterer, UA Oktober 2018, Theater foXXfire!

Alex und Sascha – zwei Charaktere in einer Person – gehen eine Beziehung zur jungen Valerie ein. Sascha ist der feminine Teil von Alex, und anfangs weiß Valerie nicht, wie sie damit umgehen soll. Doch bald entdeckt sie das Vorteilhafte, zwei verschiedene Geschöpfe zu lieben. Alex und Sascha möchten, dass sich Valerie für eine/n der beiden entscheidet, doch Valerie will die Freiheit, nicht wählen zu müssen. Sie will beide. Doch da ist noch eine dritte Kreatur, die auf sich aufmerksam macht, die einfach nur dazugehören möchte. Am Ende des Stückes sitzt Valerie inmitten einer Blutlache, und sie wird eine Entscheidung treffen. 
Ein beängstigendes aber auch packendes Szenario einer multiplen Persönlichkeit.


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Geile Aussicht – Welt kaputt

von Benedict Thill
1D / 2-3H / 1 Kind / Simultanbühne
frei zur DEA
ab 13 Jahren

Eine Theaternovelle

© Karin Gruber, UA November 2022, Theater foXXfire!
© Karin Gruber, UA November 2022, Theater foXXfire!

Die Apokalypse scheint gekommen. Als Daniel eines Morgens aus dem Haus tritt, ist die Stadt verlassen und verwüstet. Er findet die neunjährige Karla, mit ihr macht er sich auf die Suche nach weiteren Menschen. In einem Gasthaus treffen sie auf Isabella. Daniel beschließt, sich der Verantwortung für Karla zu entziehen und schleicht sich nachts heimlich davon. Die selbstbewusste Erwachsene und das altkluge Kind suchen einen Ort, wo sie bleiben können. Sie gelangen auf eine Almhütte, wo Meyer Huber schon sehr lange allein und einsam lebt. Er weiß noch nichts davon, dass die Vögel aufgehört haben zu singen und die Welt aus den Angeln gehoben wurde. Isabella und Karla dürfen bleiben. Dann taucht Daniel wieder auf und muss sich erst das Verzeihen verdienen.
Die Endzeit ist angebrochen in Benedict Thills Theaternovelle, und die Protagonisten versuchen, aus ihrem Alptraum zu entkommen. Trotz der finsteren Aussichten wird es eine Lösung geben.


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Frühlings Erwachen

von Thomas Birkmeir
4D / 5H / Mehrfachbesetzung / Simultanbühne
frei zur DEA

UA März 2023, Theater der Jugend, Wien, © Sophie Menegaldo
UA März 2023, Theater der Jugend, Wien, © Sophie Menegaldo

Wie sollen Jugendliche in einer Welt zurechtkommen, die ihnen scheinbar feindlich gegenübersteht? Gerade eben haben sie die Kindheit zurückgelassen und möchten/müssen schon erwachsen sein. Mobbing in der Schule gehört zu ihrem Alltag, zuhause finden sie kaum Verständnis.
Melchior kommt aus einem reichen Elternhaus, doch fühlt er sich emotional vernachlässigt, er konsumiert Drogen. Wendla wird von ihrer Mutter gedrängt, die Pille zu nehmen, was ihr im Moment aber nicht wichtig genug erscheint. Moritz kann den hohen Ansprüchen des Vaters nicht gerecht werden, er erfährt auch keine Liebe von den Eltern. Als er sich in Wendla verliebt, bittet er seinen Freund Melchior um Vermittlung, doch der beginnt selbst eine Beziehung mit ihr. Als Moritz in der Schule nicht versetzt wird, bedeutet das für ihn eine Katastrophe. Er erschießt sich mit der Pistole seines Vaters. Melchior, von Schuldgefühlen wegen Moritz geplagt, weist Wendla zurück. Aber die 15jährige ist bereits von ihm schwanger, will das Kind entgegen den Forderungen ihrer Mutter behalten, doch sie stirbt an einem Abortus.

Thomas Birkmeir hat Frank Wedekinds „Kindertragödie“ großartig in die Gegenwart versetzt. Konflikte und Problematiken, die heute nicht mehr gelten, hat er geschickt verändert und hat dieser Neufassung die Aura des Klassikers bewahrt.


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Ich bin ein gefrorener See

(Je suis un lac gele) von Sophie Merceron
Aus dem Französischen von Margret Millischer
2H / 1 Statistin, Stimme / Simultanbühne
frei zur dtspr. EA
ab 5 Jahre

© Constantin Millischer

Sascha ist ein wütendes Kind. Sein „Herz ist gefroren wie der See hinter dem Wald“. Er weint nie, sein Herz ist aus Eis. Und wenn die Worte ihn gar nicht mehr mögen, dann lässt er Anatol sprechen. Anatol ist seine Violine. Sie ist seine Verbindung zur Welt. Saschas Vater ist fortgegangen, voller Sehnsucht wartet er auf den Frühling, denn da würde er wiederkommen, sagt die Mutter.
Ein Kind ist gefangen in seinen Gefühlen, es umgibt sich mit einem Panzer und verweigert sich den Menschen um sich herum, weil es sich selbst ausgeschlossen fühlt. Ein tief-psychologisches Stück, eingepackt in sprachlicher Poesie und traurig-schöner Musik.


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Die Insel in mir

von Daniela Egger
7D / 5H / Simultanbühne
frei zur DEA

Ein Stück über die Reise ins Vergessen

Doro lebt in ihrer eigenen Welt. Seit ihr Mann Theo verstorben ist, hat die Demenz immer mehr Besitz von ihr ergriffen. Sie waren beide Musiker und lebten eine Zeit lang in Marrakesch. Sie spürt immer noch die Düfte und den Flair dieser südländischen Welt und sie sehnt sich danach. Ihr Zuhause ist nicht ihr wirkliches Zuhause. Eines nachts will sie die Wände blau streichen, denn sie braucht Farbe in ihrem Leben. Und immer öfter ist sie allein und barfuß unterwegs. Milena, ihre 24-Stunden-Pflegerin, umsorgt sie liebevoll, eine feine Freundschaft verbindet die beiden Frauen immer mehr. Doch da ist auch noch Doros Familie, ihre Tochter und ihr Sohn. Die machen sich Sorgen, denn so kann es mit ihrer Mutter nicht weitergehen. Und sie lebt in einem großen Haus, die ganze Familie hätte darin Platz. Also wird Milena fortgeschickt …

Ein bewegendes Theaterstück um das Thema Altern, Demenz und Sehnsucht aus dem realen Leben. Jede der Figuren sehnt sich nach etwas anderem, letztendlich muss sich jeder in seiner Welt zurechtfinden.       


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Seit ich auf der Welt bin

(Depuis qu je suis ne) von Lescot, David
Aus dem Französischen von Margret Millischer
1 Person
frei zur dtspr. EA

ab 6 Jahre

© Constantin Millischer
© Constantin Millischer

Sami befindet, er ist nun mit sechs Jahren alt genug, um seine Memoiren zu schreiben. Froh ist er aber, als ihm sein erster Computer wieder in die Hände fällt, denn jetzt kann er seine Memoiren diktieren.
Er beginnt mit dem Geburtsvorgang, wie er so aus dem Bauch seiner Mama herausflutschte, als ob man bei einer Badewanne den Stöpsel zieht. Und weiter berichtet er vom Kinderdasein, wie er als Baby versorgt wurde, wie er in den Kindergarten kam, wie er zu sprechen begann und zu laufen. Weil er ein so gutes Gedächtnis hat, ist er schnell mit seinen Memoiren fertig, nicht so wie seine berühmte Komponisten-Großmutter, die immer noch daran sitzt und schreibt.

David Lescot gelingt es plausibel, den ersten Entwicklungsschritten eines Kleinkindes spielerisch eine große Wichtigkeit beizumessen. Und die Erwachsenen werden berührt sein, denn es weckt Erinnerungen an die eigene Kindheit, in der man sich doch so oft missverstanden fühlte! Denn unser Gebrabbel war bedeutend und das Lachen und Weinen weltbewegend.


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Cyborg

von Walter Brunhuber
2D / 2H / 1DEK
frei zur UA
ca. 75 Min

Schauspiel

Mara und Tonek haben sich in einem grausamen Spiel eingerichtet. Wenn es einem der beiden gelingt, dem anderen ein Hundehalsband anzulegen, dann ist der Unterlegene der ‚Köter‘. Ein Hund. Rechtlos und wehrlos. Er kann sich nur in bestimmten Grenzen bewegen, da er eine ‚imaginäre‘ Kette trägt. Im Augenblick befindet sich Tonek in dieser Rolle. Mara provoziert und schikaniert ihn, wo es geht. Ihre Schwester Ellie ist die einzige im Haus, die Mitleid zeigt. Das liegt wohl daran, dass sie einen Biochip im Gehirn hat. Schließlich gelingt es Tonek, Jon, den Untermieter, zu überwältigen und ihm das Halsband umzulegen. Nun wird erwartet, dass er die Rolle des Hundes annimmt. Doch Jon spielt dieses Spiel nicht mit. Er steigt aus. Mara tötet ihn dafür. Kurz nach der Tat,  in einem Moment der Unachtsamkeit,  gelingt es Tonek Mara zu überwältigen. Er zwingt Mara in das Halsband. Nun ist Tonek der Herr. Er wird sich für alle Erniedrigungen, die Mara ihm zugefügt hat, rächen.

Ein Machtspiel in düsterer, poetischer Sprache.

Preisträgerstück beim „science & theatre festival heilbronn“ 2023


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Elesemond

von Sophie Reyer
2D / 1H / Simultanbühne
frei zur UA

Kinderstück ab 3

Wie die Hexe Elesemond, die nicht gut zaubern konnte, sich statt eines Besens ein Cello gezaubert hat und sie draufkommt, dass das doch so viel besser ist als ein fliegender Besen.

Dass jeder so seine eigenen Talente hat, und man nicht immer im Strom schwimmen muss, wird hier in kurzen Erzähl- und Spielszenen mit viel Musik dargelegt.


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Die Weiterbildung

von Roger Binggeli Bernard (Schweiz)
1D / 1H / 1DEK
frei zur DEA/ÖEA
ca. 60 Min

Anhand zweier Fälle wird die internationale Rechtsprechung vom Schweizer Autor Binggeli in seinem Stück ins Visier genommen.

Vera und Mats, zwei Staatsanwälte, bereiten einen Weiterbildungskurs vor. Dabei erörtern sie Verurteilungen, die sie durch ihre Anklageschriften erzielt hatten und die ihnen aber persönlich nahegehen.
Der Beschuldigte Mohammed erhängte sich in seiner Zelle, als Mats die Ausweisung wegen Drogenhandels erreicht hatte. Vera forderte für Frau K., die ihrem Mann im Schlaf die Kehle durchgeschnitten hatte, die Höchststrafe. Frau K. wurde von ihrem Mann jahrelang gequält und geschlagen.    

Hat sich die Rechtsprechung verändert, seit vermehrt Frauen in diesen Berufen arbeiten? Werden Frauen immer noch anders (be)verurteilt? Scheitern die Anwälte an den Beschuldigten, die nicht reden wollen?

In eindringlichen Rollenspielen versuchen Vera und Mats ihre Fälle psychisch zu verarbeiten. 


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Damit du nicht allein bist

(Da ne budes sama) von Selma Parisi
Aus dem Kroatischen von Selma Parisi
2D / 1H / 1DEK
frei zur dtspr. EA

Drama

Die Mutter will und kann nicht akzeptieren, dass das Alter sie erreicht hat. Sie wird vergesslich und nach einer Hüftoperation ist sie auf Hilfe angewiesen. Ihre Tochter schlägt ihr ein Sanatorium vor oder zumindest eine Heimhilfe. Doch die alte Frau weigert sich vehement. Die Tochter kümmert sich um sie, doch sie hat noch ein eigenes Leben, will beruflich ins Ausland. Allein kann man die Mutter nicht lassen. Da bringt sie ihr einen humanoiden Roboter ins Haus. Damit sie nicht so allein ist. Und wirklich baut sich eine Beziehung zwischen den beiden auf.

Roboter übernehmen immer mehr Aufgaben im alltäglichen Leben. Längst sind die sprechenden, menschlichen Roboter als Gefährten auch schon in unseren Breiten angekommen.

„Damit du nicht allein bist“ war 2023 auf der ShortList von EURODRAM.
2022: Bestes Gesamtstück nach Beurteilung durch Jury und Publikum, zwei Auszeichnungen für die besten Hauptdarstellerinnen und eine Auszeichnung für die beste männliche Rolle beim „Čufarjev dnevim Festival“ in Jesenice, Slowenien.


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Die Hüterinnen oder Der Weberknoten

(Les Gardiennes) von Nasser Djemaï
Aus dem Französischen von Margret Millischer
5D / 1DEK
frei zur dtspr. EA

© Luc Jannepin, Théâtre des Quartiers d´Ivry, UA 2022
© Luc Jannepin, Théâtre des Quartiers d´Ivry, UA 2022

Drei Frauen – Sind es gute Feen? Sind es Hexen? – leben mit ihrer Freundin Rosa gemeinsam in deren Wohnung, seit sie nach einem Sturz nicht mehr sprechen kann und im Rollstuhl sitzt. Wie einzelne Fäden, die miteinander verknüpft sind, bietet sich den Frauen in dieser Gemeinschaft eine Möglichkeit, der eigenen Einsamkeit zu entkommen und dadurch Halt zu finden.

Da ist Hanna, die zu viel raucht. Margot, deren kleiner Sohn ertrunken ist und Susanne, die Hellseherin. Der Tagesablauf ist gut durchorganisiert. In diese Idylle bricht eines Tages Viktoria, Rosas Tochter, ein, sie möchte die Wohnung verkaufen und ihre Mutter in ein Pflegeheim bringen. Die drei Frauen stellen sich Viktorias Plänen entgegen.

Das Stück behandelt auf poetische Weise das Problem des Lebensendes und die Rolle von Altern und Tod in unserer Gesellschaft. Zwei Welten prallen aufeinander: auf der einen Seite die moderne Welt, in der Vernunft, Logik, Hygiene und Effizienz gelten, auf der anderen Seite ein Zusammenleben mit allen möglichen Unzulänglichkeiten, bei dem Menschlichkeit und Solidarität Vorrang haben. Trotz des ernsten Themas fehlt der Humor hier nicht und das versöhnliche Ende gibt Zuversicht.


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Cabaret Kaspar

von Tena Stivicic
Aus dem Kroatischen von Olja Alvir
4D / 5H / 1DEK
frei zur dtspr. EA

SNG Drama Ljubljana, 2021/22, Photographer: Peter Uhan

Eine Handvoll Menschen gelangt mit einem Ruderboot auf eine öde, einsame Insel. Man hat den ultimativen Urlaub gebucht – das Deluxe-Paket bietet Abenteuer, Rückzug in die Natur, Ausstieg aus dem schlichten Alltag sowie kein Internet und keinen Handyempfang – die ganz besondere Freiheit also.

Inkludiert im Paket ist die Jagd auf einen „Wilden“. Fasziniert von dem unkultivierten und mystischen Geschöpf, geraten sie in eine Kontroverse, wer am besten von ihnen geeignet scheint, sich um ihn anzunehmen. Rudi, so sein Name, gerät aber immer mehr in den Hintergrund, denn in eitlen Selbstdarstellungen demaskieren sich die Reisenden und zeigen ihre Frustrationen, ihre Irregularität, ihre Ängste. Die Widersprüchlichkeit aller ist unvereinbar, es ist für die Gruppe nicht möglich, eine homogene Gesellschaft zu bilden. Der Entspannungsurlaub hält aber noch eine Abweichung vom geplanten Programm für sie bereit … 

Tena Štivičić webt geschickt Kabarett-Elemente in ihren hochdramatischen, spannenden Theatertext ein. Selbst in Ausnahmesituationen schafft es die Gesellschaft nicht, aufeinander einzugehen und miteinander Lösungen umzusetzen.


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