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Kaiserverlag

Ski und Rodel gut

Profitheater Neu Komödie und Boulevard
Besetzung: 1D / 2H / 1DEK
Rechte:
frei zur ÖEA
Typ:
Eine tragische Ökomödie
Anmerkung:
ca. 70 Min

Während eines Schneesturms im Sommer klopft ein fast erfrorener Weltuntergang an Alois Hubers Tür. Der betreibt mit seiner Frau Renate eine Pension in den Bergen.
Alois und Renate versorgen den erschöpften Weltuntergang mit reichlich hausgemachtem Punsch. Als Weltuntergang nach draußen geht, um einen Tornado zu entfachen, läuft Renate ihm nach. Sie kann nicht mehr rechtzeitig zurück und ist dem Unwetter ausgesetzt. Weltuntergang kann sie noch retten. Renate wirft sich ihm an den Hals, sie will endlich weg von da. Alois ertappt sie beim Küssen, nun wird er grantig. Er nimmt Weltuntergang in die Mangel und will ihn der Polizei übergeben, denn irgendwas ist faul mit dem Kerl. Doch der Polizeiposten ist nicht mehr da, gar nichts ist mehr da! Nur noch Geröll und Schlamm, und Moskitos. Alois holt ein Messer und bedroht Weltuntergang, er solle endlich mit der Wahrheit herausrücken, die Weltuntergang dem Ehepaar gegenüber aber nie vorenthalten hat. Er hatte gleich gesagt, was seine Mission ist. Ein Ende machen, ein für alle Mal. Renate haut dem Alois mit der Bratpfanne eins über, er ist tot. Es gibt somit keine Überlebenden mehr, nur noch sie und Weltuntergang. Er nimmt sie mit, sie wollte schon immer mal nach Timbuktu. Dort können sie ja dann noch mal von vorne anfangen.


Leseprobe

Huber: Ach so. - Und was machen Sie so?

Weltuntergang: Ich, ja..., ehm, ... Schneestürme zum Beispiel, Feuersbrünste, Überflutungen, Dürren, Ebola. Früher auch Pest, Cholera und solche Sachen. So Warnungen, wissen Sie. (Kommt ins Schwärmen) Ja früher: Die Sintflut, Heuschrecken, Vesuv, Giftgas, die Atombombe. Da sind die Leute immer mächtig erschrocken. - Ich übrigens auch. – (resigniert) Heute ist jede Katastrophe eine willkommene Abwechslung und wer nicht stirbt, schaut sich´s im Ticker an. In Seveso hab ich’s dann noch mal probiert. Wissen Sie noch?

Huber:(verwirrt) Äh, … nein.

Weltuntergang: Nein? - Und Bhopal?

Huber: Bhopal? Äh,... Nein, nie von dem gehört.

Weltuntergang: Bhopal! Indien! 1984! „Union Carbide“! Die Geschichte mit dem Diamethylamin. Zwanzigtausend Tote, die heiligen Kühe nicht mitgezählt.

Huber: Kühe?

Weltuntergang: Sehn Sie. Vergessen. Selbst ich kann mir schon nicht mehr alles merken.

Huber: Ach, na, das kenn ich. Kommt so mit dem Alter.

Weltuntergang: (überlegt) Ich hatte auch einmal den Auftrag, ein Kraftwerk, nun, gewissermaßen, aus dem Ruder laufen zu lassen. Ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern. Wissen Sie vielleicht was daraus geworden ist?

Huber: Ich, ähm, ich, ich glaub, du brauchst noch nen Schluck. (steht auf und holt eine Flasche) Hat dich ein bisschen verwirrt, was. Schneesturm im August. Dann noch in deinem Aufzug. Ne, alles halb so schlimm. Taut auch wieder.

Weltuntergang: Sie glauben mir nicht, stimmt’s?

Huber: Klar, - klar, Mensch, Weltuntergang. Prost! (Er stößt mit dem Weltuntergang an) Alois heiß ich übrigens. Und du?

Weltuntergang: Weltuntergang. Einfach nur Weltuntergang.

Huber: Nein! Ich mein, so mit Vornamen. Du hast doch nen Vornamen!?

Weltuntergang: Ich? Äh, nein, ich bin der Weltuntergang. Nichts weiter als Weltuntergang. Reiner Weltuntergang.

Huber: (lacht, gießt nach) Na also. Dann, prost Rainer! Auf einem Bein kann man nich stehen. (lacht, beide trinken)