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Kaiserverlag

Frontex

Keiner kommt hier lebend rein
Profitheater Dramatik, Zeitstücke
Besetzung: 3D / 7H / Simultanbühne
Rechte:
Frei zur UA
Anmerkung:
Eine mediterrane Groteske in zwei Akten

Ein Schiff der Grenzschutzbehörde Frontex rammt ein Flüchtlingsboot. Die einzigen Überlebenden, LaBoeuf, ein larmoyanter Frontex-Offizier, Swantje van Eycken, eine Arte-Aufdeckungsjournalistin, Flo Hagenbeck, eine Berliner Performance-Künstlerin und ein stummer Flüchtling (der «Schwarzer Körper») landen auf einer unbewohnten Insel. Es gibt kein Fleisch – und irgendwann muss einer der Überlebenden ein Hölzchen ziehen …
Der «Schwarze Körper» erweist sich auch für die drei Weißen als Fläche der eigentümlichsten Projektionen, als Sexobjekt und als kulturelles Kuscheltier, ehe er in einem angsteinflößenden Traum-Monolog, in dem er die Zukunft Europas umreißt, eine kraftvolle Stimme erhält …
Doch ihre Odyssee ist nicht zu Ende. Sie begegnen höchstpersönlich der deutschen Bundeskanzlerin («Mama Merkel») und in einer Asylcastingshow auf Lampedusa dem für Frontex arbeitenden Stand-up-Comedian Denis Quartermain, einer dämonischen Monty-Pythons-Paraphrase, systemkonform, zynisch und dennoch beliebt bei Flüchtlingen und Intellektuellen. Doch verkehrte Welt – die weißen Schiffbrüchigen werden als schwarze Flüchtlinge abgeschoben nach Nuova Esperanza in die libysche Wüste. Dort wird der liberale Traum Europas wahr: ein vollklimatisiertes wie ein Dienstleistungsunternehmen geführtes Flüchtlingslager mit Reintegrations-, Sinn- und Berufsfindungscoachings – mit einem Wort: die wahre Hölle!

Ein groteskes Theaterstück über Rassismus und Identitätskannibalismus und die versöhnende und konformistische Kraft schlechten Humors. Neben bizarren Wendungen und Musicaleinlagen führt «Frontex – Keiner kommt hier lebend rein» eine Welt vor, wo alle, gute wie schlechte, kritische wie angepasste Menschen, einander verwerten, bis zur letzten Faser der Identität und manchmal auch bis zur letzten Faser des Lendenstücks.