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Kaiserverlag

Bon Voyage

Ein Abend mit dem Leben und den Liedern Greta Kellers
Profitheater Monologe Musikdramatische Werke
Autor:
Rupert Henning / Nach einer Idee von André Heller
Besetzung: 1D / /
Rechte:
Frei zur DEA
Musik:
Liederliste vorhanden

Drei Frauen. Drei Geschichten. Ein Jahrhundert Leben und Lieder. Auf dem legendären Passagierschiff Normandie verlässt im November 1938 eine elegante Frau mittleren Alters Europa, kurz bevor der Kontinent im Grauen des Zweiten Weltkriegs versinkt. Sie ist Sängerin von Beruf, lebt aus dem Koffer und kennt die ganze Welt. Und die Welt kennt sie. Ihr Name ist Greta Keller. Sie ist eine der gefragtesten Künstlerinnen ihrer Zeit.
In Wien, wo Greta Keller geboren wurde und das sie schon in jungen Jahren verlassen hat, lebt eine andere Frau gleichen Alters, deren Namen außer einer Handvoll Menschen kaum jemand kennt. Sie wird das Viertel, in dem sie aufgewachsen ist, ihr Leben lang nicht verlassen, wird nie das Meer sehen oder die Wolkenkratzer der Neuen Welt. Ihre ganze Sorge gilt ihrer Familie in diesen schweren, unsicheren Zeiten. Manchmal liest sie in der Zeitung von Greta Keller – und irgendwann beginnt sie, alles über die weltgewandte Sängerin zu sammeln und hört sehnsuchtsvoll ihre Lieder auf Schallplatten. Viele Jahrzehnte später findet die Enkelin dieser Frau, eine Schauspielerin, diese sorgsam in einem alten Lederkoffer verwahrte Sammlung von Erinnerungsstücken – und mit einem Mal verknüpfen sich die Lebensgeschichten der drei Menschen zu einer gemeinsamen Erzählung, einer Reise durch bewegte Zeiten und gegensätzliche Wirklichkeiten …
Das Stück und die Musik entführen zum einen in die mondänen Clubs und Bars, die Theater und Konzertsäle von St. Moritz, New York, Rio de Janeiro, London, Rom, Berlin und Paris, wo die Sängerin mit der „rostroten Stimme“ während ihrer jahrzehntelangen Karriere auftrat und mit ihren Liedern eine Welt beschwörte, die es vielleicht niemals gab, nach der sich jedoch jeder zu sehnen beginnt, der Greta Keller singen hört …
Demgegenüber steht eine Welt enger Gassen und alter, übervölkerter Häuser, wo die Lebensgeschichten zumeist nicht unter dem oft besungenen „blauen Mond“ stattfinden, wo die Einsamkeit bitter und die Liebe nicht selten längst erloschen ist, die Welt der kleinen Leute, die kaum Aussicht auf ein besseres Schicksal haben und nur eine Kunst für wirklich maßgeblich halten – die Kunst des Überlebens …

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