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Kaiserverlag

Verbrechen und Strafe!!

Kommt davon!
Profitheater Aktuell Neu Dramatik, Zeitstücke
Autor:
Gernot Plass
Besetzung: 3D / 5H / Simultanbühne
Rechte:
frei zur ÖEA
Typ:
Eine Fassung für Chor und Protagonisten frei nach Fjodor M. Dostojewski

Der Student Raskolnikov ist faul geworden, er studiert nicht, er arbeitet nicht. Bleibt die Miete schuldig. Bei der Hehlerin Aljona versetzt er seine letzten Besitztümer. Die hat Geld! Sie sei kein guter Mensch, hört er. Da fasst Raskolnikov den Entschluss – er nimmt ein Beil und erschlägt Aljona, raubt ihr Geld und als ihre Schwester überraschend dazukommt, spaltet er auch ihr den Schädel.

In einem atemberaubendem Tempo schickt Gernot Plass den Mörder Raskolnikov nun durch die nächsten Tage. Hin und her gerissen zwischen Euphorie und Schuldgefühl glaubt er, vor Verfolgung sicher zu sein. Doch Richter Porfirji wird ihn zur Strecke bringen.

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Leseprobe

Kommt davon, 3. Szene

PORFIRIJ- Es taucht da ein bestimmter Hinweis auf,
erst gegen Ende leider, ein Gedanke
und auch nur gestreift, nur angedeutet,
dass es nämlich auf der Welt gewisse
außerordentliche Menschen gäbe,
denen es erlaubt ist, ein Verbrechen
auszuüben, ohne sich vor dem
Gesetz verantwortlich zu zeigen.

RASUMICHIN-    Das hast Du geschrieben?!

PORFIRIJ- Hat er!

RASUMICHIM-    Wie? Das Recht auf ein Verbrechen?

PORFIRIJ- Herr Raskolnikov teilt - eine radikale These -
alle Menschen in zwei Grundkategorien ein.
Zum einen: die Gewöhnlichen, heißt jene,
die gehorchen müssen und auf keinen
Fall das Recht besitzen, die Gesetze
zu missachten. Und zum anderen:
die ungewöhnlichen, die außerordentlichen
Menschen, die das Recht besäßen,
jedes, wirklich jedes denkbare
Verbrechen zu begehen, eben deshalb,
weil sie außerordentlich und anders sind. So ist es doch?

RASUMICHIN.-    Was soll das heißen, Rodja?

PORFIRIJ- Nicht?

RASUMICHIN-    Das musst du mir erklären!

RASKOLNIKOV.- Richtig referiert. Respekt.

PORFIRIJ- Nun ja.

RASKOLNIKOV- Der Unterschied bei mir liegt einzig darin,
dass ich keineswegs darauf bestehe,
außerordentliche Menschen sollten,
also müssten sich verpflichtet fühlen,
irgendwelche Überschreitungen -

PORFIRIJ- Verbrechen.

RASKOLNIKOV.- zu begehen. Nein, ich habe einfach angedeutet,
dass ein außerordentlicher Mensch
das Recht hat, ganz bestimmte Hindernisse
aus dem Weg zu räumen und zwar einzig
und alleine in dem Falle, wenn – Wenn! –
Die Verwirklichung seiner Idee,
(die allenfalls die ganze Menschheit retten könnte)
dies verlangt.

RASUMICHIN-    Na toll