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Kaiserverlag

Silberblond und graue Schläfen

Amateurtheater Komödie und Boulevard Schwänke
Autor:
Claudia Abadi / Brigitte Zach
Besetzung: 6D / 6H / 3DEK
Typ:
Komödie

In der Seniorenresidenz „Hoffnungsschimmer“ schmieden sechs junggebliebene Senioren aus der Künstler- und Sportwelt einen Plan zum „Ausbruch“! Sie wollen auf Jamaika gemeinsam ein Hotel eröffnen. Doch dazu benötigt man viel Geld, das sich Selma, die Rädelsführerin, von ihrem hinterhältigen Ex-Mann Guido holen will. Nachdem die Abenteuerlustigen erfolgreich aus der Residenz entkommen konnten, brechen sie bei Guido ein. Im Schlepptau haben sie Maria, eine Betreuerin aus der Seniorenresidenz, die nach enttäuschter Liebe ebenfalls aussteigen will. Guido, der es sich in Selmas Villa inzwischen gut gehen lässt, will das Geld, das ja eigentlich Selmas Geld ist, nicht so leicht hergeben, was ja zu befürchten war. Nach ereignisreichem Wirrwarr wird er von Maria professionell mit einer Spritze außer Gefecht gesetzt. Die Herrschaften schnappen sich den Geldkoffer und brechen in ein neues Leben auf. Doch der gierige Guido sowie Abgesandte aus der Seniorenresidenz verfolgen sie, und so gibt es in der fernen Karibik bald ein Wiedersehen!


Leseprobe

2. Akte, 4. Szene

Jane: Jetzt ernsthaft, Bärlibär, äh Tarzan Liebling, sehe ich nicht komisch aus?
Guido: Nein, mein Täubchen du siehst gut aus, ehrlich!
Jane: Aber mein Popschi sieht in dem Kostüm total fett aus. Das geht gar nicht. So kann ich nicht auf den Ball gehen. Ach Schatz, schau doch mal ……. wo rennst du denn schon wieder hin? (dackelt Guido hinterher)
Guido: Hab was im Salon gehört. (schaut in den Raum Mitte, beutelt sich, als liefe ihm ein Schauer über den Rücken und schaut sich um)
Jane: Was ist?
Guido: Seltsam, mir war plötzlich so eigenartig. Als hätte ich ein Déjà-vu oder sowas ähnliches. Und dieser Geruch! Riechst du das? (niest kräftig)
Jane: Ein … ein Déjà-vu, mein Gott, wie gebildet er ist, ich weiß nicht einmal was ein Déjà-vu ist. (schnuppert) Keine Ahnung, was meinst du?
Guido: Ich kenne diesen Geruch nur all zugut! Erinnert mich an meine verflixte Ex. Ja, das ist Narzissenduft! (niest) Ich weiß es ganz genau! Oder hast du dir etwa ein neues Parfum zugelegt? (schnuppert an Jane)
Jane: (schnuppert an sich selbst): Also so ein Blümchen-Parfum würde ich nie verwenden.
Guido: Ich glaub, ich hab Halluzinationen. Oder meine Ex hat irgendeinen Voodoozauber über mich gelegt. Die treibt mich noch vom Altersheim aus in den Wahnsinn.
Jane: Du bist ja wirklich verrückt. Wie soll die denn hierherkommen?
Guido: Ich rieche sie bereits 10 km gegen den Wind. (niest) Warte! (schnuppert im Raum herum und folgt dem Duft, dann kommt er beim Safe vorbei, schaut rein und erstarrt, den Mund und die Augen weit aufgerissen) Nein, nein, nein! Das kann nicht sein! Wo sind meine Kröten?! (schlägt seine Hände über den Kopf, lässt sich auf die Knie fallen und fängt theatralisch zu weinen an)
Jane: (eilt zu ihm): Guido Schatz, äh Tarzan Liebling, beruhig dich doch. Was ist denn los? Welche Kröten? Himmel, seit wann haben wir Kröten im Zimmer? Mein Tarzan, ich ziehe heute noch aus, diese Viecher machen mich krank. Ich kann nicht mit dir und den Kröten in einem Zimmer schlafen.
Guido: Verstehst du denn nicht? Man hat uns beklaut!!!!
Jane: Wie? Was? Versteh ich nicht! Die Kröten hat jemand geklaut?
Guido: Wie doof kann man denn sein um beklauen nicht zu verstehen? Jemand hat meine ganzen Millionen geklaut!
Jane: Eine Million Kröten, die qua qua machen?
Guido: Was bist du doch für eine Dumpfbacke. Diese Kröten natürlich! (zeigt mit zwei Fingern das Geld)
Jane: (beleidigt) Ach so, was sagst du das denn nicht gleich? In meiner Gesellschaft spricht man von finanziellen Mitteln. Ich wusste gar nicht, dass du so viel Geld besitzt.
Guido: Ist ja auch nicht mein Geld, na ja, jetzt schon. War das Geld von meiner Ex. (starrt den Safe an, rappelt sich wieder auf) Moment mal! Da ist was faul! Leerer Safe ……. Narzissen …… Selma! Diese alte Schachtel! Hat mich doch tatsächlich beklaut! (rauft sich die Haare) Und dieser Geruch, der macht mich fertig. (niest) Jedes Mal wenn ich Narzissen rieche, krieg ich so einen Hals. (schreit) Sofort die Fenster auf! (schnuppert wieder) Warum verschwindet dieser Geruch nicht? Ha! Jetzt weiß ich warum der Geruch nicht verschwindet! Die ist hier!!!
Jane: Tarzan Liebling, bist du närrisch geworden? Du redest wirres Zeug! Soll ich einen Arzt rufen?
(Guido läuft ins Zimmer Mitte und wieder heraus, hin und her und sucht alles ab, da er schon eine Ahnung hat.)
Guido: Jetzt hör endlich auf mit deinem ewigen Tarzan Liebling. Ich hab jetzt nicht den nötigen Nerv, siehst du das denn nicht? Na warte. Ich krieg dich schon. Du kommst mit meinem Geld nicht davon!
Jane: Aber du hast doch gesagt, du Tarzan, ich Jane. Ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich soll und was ich nicht soll. (macht einen beleidigten Schmollmund)
Guido: (beachtet sie gar nicht, sucht verbissen weiter, bis er Selma hinter der Tür entdeckt) Hab ich es doch gewusst! (niest) Das Spiel ist aus, du kannst hervorkommen. Dein Plan ist vereitelt. Her mit der Marie!
Selma: (empört) Das kannst du dir abschminken. Das ist mein Vermögen! Ohne mich hättest du nicht mal ein Dach über dem Kopf, da würdest du noch weiter die Klinken putzen für deine Kunden in deinem mickrigen Fitness-Studio. Das sind alles meine Millionen!
Jane: Abschminken? Wir sind froh, dass wir endlich geschminkt sind! Sind eh schon spät dran.
Guido: (niest wieder) Ach, da schau her, und warum bist dann gerade du bei mir aufgekreuzt, wenn es so mickrig war und hast deine wackligen Knie malträtiert bis zum geht nicht mehr? Und überhaupt, solltest du nicht im Altenheim sein und Canasta spielen?