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Kaiserverlag

Geisterjagd am Lindenhof

Amateurtheater Schwänke Ländliche Lustspiele
Besetzung: 5D / 5H / 1DEK
Rechte:
Rechte für Österreich und Südtirol
Typ:
Eine "geistreiche" Komödie in drei Akten
Bearbeitung:
Österrreichische Bearbeitung von Daisy Gutherz
Anmerkung:
ca. 110 Min

Rosi bewirtschaftet nach dem Tod ihres Onkels Georg den Lindenhof zusammen mit Magd Annamirl und Knecht Gustl. Da Onkel Georg kinderlos verstarb, hat sein Testament nun große Wichtigkeit, wem der Hof zufällt … oder welcher Teil seinen einzigen beiden Nichten zufällt, da auch Helene, Rosi’s Schwester, als Erbin in Frage käme.
Helene kreuzt plötzlich zusammen mit ihrem Mann Ottokar auf dem Lindenhof auf. Als Städterin gefällt ihr das Landleben gar nicht und sie hat mit der Bauernwirtschaft auch andere Pläne. Gerne würde sie den Bauernbetrieb einstellen und eine Hotelanlage bauen – dies natürlich ohne Wissen von Rosi. Ein gefälschtes Testament soll Helene helfen, ihre Idee in die Tat umzusetzen.
Onkel Georg macht sich mit mystischen Zeichen immer wieder bemerkbar, was vor allem Helene zu schaffen macht. So engagiert sie vorsichtshalber Herrn Besenschreck, der als Geisterjäger tätig ist.
Zum Glück bekommt Annamirl Wind von den geheimen Machenschaften und heckt mit den anderen Lindenhofbewohnern einen „geistreichen“ Plan aus, um Helene vom Hof zu vertreiben.


Leseprobe

1. Akt, 7. Szene

Jacqueline: Pfui, da stinkt ´s herinnen! (parfumiert sich, stellt das Parfum auf den Tisch)

Helene: (die sich umgeschaut hat) Da schaut ´s ja aus wie eh und je. Du hättest ruhig mal ein bisschen renovieren können, Roswitha.

Rosi: Sag do Rosi, das is mir liaber.

Helene: Wie du meinst, aber Roswitha klingt scho etwas mehr gehobener. Rosi ist doch so … banal.

Annamirl: He he, da herinnen is koaner a Banane.

Helene: Ja da schau her. Ist das nicht deine Magd?

Annamirl: Ja, die bin i! Annamirl! Solltest mi no kenna.

Helene: Wie könnt´ ich dich vergessen … riecht wirklich a bissl streng da herinnen …

Annamirl: Das stimmt! (widmet sich dem Parfumfläschchen)

Jacqueline: (schnuppert an Annamirl) Mami, ich glaub´ diese klobige und hässliche Frau stinkt da so scheußlich.

Helene: Ja, das ist anzunehmen. Geruchsfaktor-Stufe „grauslich“.

Jacqueline: Oder besser „alamierend“.

Rosi: Das is halt alles natürlich bei uns am Land.

Jacqueline: Das glaube ich. So einen Gestank kann man künstlich gar nicht herstellen.

Helene: Eine Magd muss sich ja nicht parfumieren.

Annamirl: He! I hab´ a Parfum.

Helene: So?

Annamirk: Es heißt Eau de Küh´.

Jacqueline: Das ist aber nicht von Paco Rabanne oder von Yves Saint Laurent?

Annamirl: Nein. Das ist von der Bella, der Alma, der Berta und vom Blümchen.

Jacqueline: Diese Designer kenne ich nicht.

Rosi: Wo bleibt´n jetzt der Ottokar?

Helene: Der wird gleich da sein.

Annamirl: (ein Spritzer aus dem Flakon löst sich) Wäh! Jetza stink i selber wia a ausg´schamtes Flitscherl!

(Bild fällt.)

Helene: Hhh! Jetzt bin i aber erschrocken!

Jacqueline: Und ich erst!

Annamirl: Des macht nix. (hängt Bild wieder auf)

Rosi: Des war nur der Onkel Georg selig. Ich hab dir´s eh erzählt.

Helene: Der geistert also nach wie vor hier herum?