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Kaiserverlag

Jugend und Engel

Profitheater Dramatik, Zeitstücke
Autor:
Besetzung: 3D / 2H / / Sim
Rechte:
frei zur UA

Elsbeth, 30, führt ein kleines, cooles Café irgendwo in einer europäischen Großstadt. Sie leidet noch als Erwachsene unter dem Verlust des Vaters, der die Familie verlassen hatte, als sie noch ein Kind war. Mit dem Mädchen Li, 25, verbindet sie eine unglückliche Liebe. Li ist unstet, sie ist bloße Energie, die sich selbst verbraucht und von anderen verbraucht wird. Für Elsbeth näht Li farbige und vergängliche Papierkleider – Kleider wie Totenhemden. Und eines Tages findet man Li tot auf der Straße, neben ihr stehend, Zucker, ihr schöner und kalter Geliebter.
In Kansas City hat Elsbeths heimat- und rastloser Vater Kohn, 65, eine letzte Unterkunft gefunden. Er arbeitet bei Nib, 53, als Portier in deren Hotel. Hier in dieser scheinbar endgültigen Lebensstation entsteht eine Zweckgemeinschaft, voller Erinnerungen und stillem Unglück, aber auch eine späte Liebe. Kohn unternimmt mit letzter Kraft den Versuch eines erneuten Aufbruchs – und scheitert.
Elsbeth bleibt alleine in ihrem Café zurück, schließt ab und geht: „Ich habe euch vergessen. Jetzt spüre ich mich. Wie schmecke ich bitter. Ich nehme mich an.“
Ein wundersamer Text von Klaus Haberl, voller einsamer Menschen in einer kalten Atmosphäre. Ein moderner und heutiger Text, der sich mit seiner Poesie gleichzeitig dieser faßbaren Realität auf faszinierende Art wieder entzieht. Klaus Haberl hat dieses Lebenssehnen, diese (Todes-) Sehnsüchte, dieses stille Scheitern trotz aller Kühle und Distanz in einen großen Zusammenhang gebracht. Er hat ganz tief hineingehört in diese Innenwelt der Einsamkeiten und Versäumnisse. Zum Heulen schön, poetisch ohne kitschig zu sein.